Internationale Georg-Lukács-Gesellschaft e. V.

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Lukács‘ 50. Todestag – Pressestimmen (Auswahl)

https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/buecher/rezensionen/sachbuch/georg-lukacs-band-praesentiert-unbekanntere-texte-17371471.htmlhttps://buchmarkt.de/buecher/umgeblaettert-heute-was-fuer-ein-fest/

https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/georg-lukacs-wider-die-digitale-dekadenz-17367202.html

https://literaturkritik.de/zur-aktualitaet-von-georg-lukacs-fuenfzig-jahre-nach-seinem-tod,27947.html

https://www.welt.de/kultur/literarischewelt/plus231559023/Georg-Lukacs-Der-Denker-ueber-den-sich-Adorno-und-Orban-einig-sind.html

https://literaturkritik.de/zsuszsa-bognar-werner-jung-antonia-opitz-geben-einen-weiteren-teilband-lukacs-gesamtausgabe-aisthesis-verlag-heraus,27966.html

https://www.perlentaucher.de/9punkt/2021-06-04.html

https://www.freitag.de/autoren/der-freitag/geschichte-und-klassenbewusstsein

https://brandenburg.rosalux.de/themen-reihen-projekte/rosa-luxemburg-karl-liebknecht

https://www.freitag.de/autoren/der-freitag/georg-lukacs

Georg Lukács und das Theater

Re-reading Lukács – Georg Lukács und das Theater

Dietmar Dath »Ästhetische Arbeit bei Georg Lukács«

Re-Reading Lukács. Werkstattgespräch II: Theatergeschichte. Patrick Wengenroth & Patrick Eiden-Offe

Georg Lukács heute. Mit Rüdiger Dannemann, Luise Meier und Bernd Stegemann

Re-reading Lukács. Werkstattgespräch I: Ästhetik. Mit Kristin Bönicke und Iris Dankemeyer

Lukács im 21. Jahrhundert bei Youtube

Wir haben die lange Konferenz in die Panels bzw. Keynotes aufgeteilt, sozusagen portioniert.

Hier alle Youtube-Links zu „Lukács im 21. Jahrhundert“

Begrüßung: https://www.youtube.com/results…

Panel 1: https://www.youtube.com/watch?v=yKPEsHYRXxY

Panel 2: https://www.youtube.com/watch?v=i0Yr6fmC9vE

Panel 3: https://www.youtube.com/watch?v=vxEl6_3mNtY

Panel 4: https://www.youtube.com/watch?v=BGmfycmIDzw

Keynote 1 (Axel Honneth): https://www.youtube.com/watch?v=XvZxLZYzOIY

Keynote 2 (Michael Löwy):https://www.youtube.com/watch?v=pwt9z5A4iRA

„Elf Stunden Stream, ein wahrer Lukács-Marathon.“ (Marc Püschel in der JUNGEN WELT)

Und das Schöne ist: Spätestens 2023 geht es weiter. Dann feiern wir den 100. Geburtstag von „Geschichte und Klassenbewußtsein“. Nicht nur in Europa, sonedrn auch in China, in Lateinamerika und andersw

Nachruf auf László Sziklai

Aus: junge welt (07.042021)

Seite 11 / Feuilleton

Die Lederjacke nicht abgelegt

Zum Tod von Laszlo Sziklai, dem langjährigen Leiter des Lukács-Archivs

Von Rüdiger Dannemann

Seit über tausend Tagen ist trotz weltweiten Protests das Lukács-Archiv in Budapest geschlossen – ein Opfer der Kulturpolitik des ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orban. Vor wenigen Tagen verstarb Laszlo Sziklai, der ein Vierteljahrhundert lang Leiter des Archivs war, an den Folgen einer Coronainfektion im Alter von 79 Jahren (der genaue Todestag ist nicht bekannt, ungarische Internetseiten berichteten am 28.3., jW). Er war zunächst Dozent am Lehrstuhl für Musikästhetik an der ELTE (Eötvös-Lorand-Universität) in Budapest, den der Musikästhet Denes Zoltai, ein Lukács-Schüler und -Anhänger bis zu seinem Tode, zu dieser Zeit neu hatte etablieren können und den Lukács selbst nach 1945 innegehabt hatte. Seit 1977 war Sziklai Direktor des Lukács-Archivs – in dessen, wie Miklos Mesterhazi das später genannt hat, »goldenen Jahren«, als die Schätze seines Nachlasses geborgen wurden. Der Experte für Lukács’ Exilzeit entdeckte dessen Moskauer Schriften aus den 1930er Jahren wieder, die für den Kampf gegen die faschistische Barbarei verfassten Vorstudien zur »Zerstörung der Vernunft«, auch ­Lukács’ politisch-philosophische Testamentschrift »Demokratisierung heute und morgen«. Die darin formulierte Weigerung, Rosa Luxemburgs und Lenins Ideen als konträre Widersprüche zu verstehen, ist bis heute aktuell. Mit seiner Studie »Georg Lukács und seine Zeit. 1930–1945« hat Sziklai ein Standardwerk geschrieben, das uns dabei hilft, Lukács’ große Studie über die nach Hegel einsetzende Zerstörung der Vernunft historisch richtig einzuschätzen und ihren in unseren Tagen wiederzuentdeckenden Wert zu würdigen. (…)

Die Internationale Georg-Lukács-Gesellschaft und die Community der Lukács-Forscher verliert in Sziklai einen Wissenschaftler, der zuvor unerkundete Gebiete zugänglich und das Archiv zu einem internationalen Forschungszentrum gemacht hat. Laut Agardi schuf er eine professionelle und menschliche Gemeinschaft, die als »kleiner Kreis der Freiheit« fungierte und auch nach der Schließung des Lukács-Archivs praktisch weiterlebt. Wir teilen die in diesen Worten zum Ausdruck kommende Wertschätzung und wünschen, die dort formulierte Hoffnung möge Wirklichkeit werden. Sich dafür einzusetzen, ist die beste Art, Laszlo Sziklai zu gedenken.

https://www.jungewelt.de/artikel/400050.die-lederjacke-nicht-abgelegt.html

Georg Lukács und Rosa Luxemburg

Der frühe Lukács hat Rosa Luxemburg sehr geschätzt, wenn auch nicht kritiklos. Ähnlich der späte Lukács. Noch in seinem politischen Testament Sozialismus und Demokratisierung wendet er sich gegen eine Herabsetzung ihrer Spontanitätstheorie und dagegen, daß in der »Stalinzeit […] die Kontroverse Lenin-Luxemburg manipulativ-demagogisch entstellend« ausgenutzt wurde, „um eine ausschließende Gegensätzlichkeit von bewußtem Handeln und Spontanität zu konstruieren“.1970 äußerte Lukács in einem seiner letzten Interviews (mit dem SPIEGEL): „Frankreich wurde der jüdische Generalstabshauptmann Dreyfus verurteilt, Und aus der ungerechten Verurteilung ist eine Staatskrise entstanden, die das ganze Frankreich für Jahre aufgewühlt hat und die eine Epoche in Frankreich bedeutet. Mitten in einer Revolution sind in Berlin Liebknecht und Luxemburg ermordet worden. Es hat sich niemals der leiseste Wille gezeigt, auch nur zu wissen, wer Liebknecht und Luxemburg ermordet hat, sondern man wollte, daß die Mörder von Luxemburg ihre angesehene Stellung im deutschen öffentlichen Leben behalten.“

Georg Lukács über Rosa Luxemburg (1920)„Rosa Luxemburg ist nicht nur durch ihren Tod zum Blutzeugen der proletarischen Revolution geworden. Ihr ganzes Leben war nichts anderes als ein großer, vom Leid geprägter Kampf um die Revolutionierung des Proletariats. Ein Kampf darum, die richtige Erkenntnis vom Entwicklungsstand des Klassenkampfes, die die sozialdemokratischen Opportunisten vor der Arbeiterschaft bewußt oder unbewußt verschleierten, in das Bewußtsein des Proletariats zu heben, damit aus dem auf diese Weise entwickelten Klassenbewußtsein revolutionäre Aktionen hervorgehen könnten. (…)Rosa Luxemburg war ein wirklicher Führer des Proletariats. Neben Lenin vielleicht der einzige würdige Nachfolger von Marx und Engels.“„Zur Größten der Großen wurde Rosa Luxemburg dadurch, daß sie nicht nur mit richtigem. Instinkt die im Opportunismus verborgenen. Gefahren spürte, sondern mit gründlichem marxistischen Wissen alle Ereignisse der Gegenwart analysierte; (…) in allen Fragen hat sie als erste – in Westeuropa – das Wesen der geschichtlichen Lage erkannt; sie hat als allererste den Imperialismus richtig erkannt, nämlich als letzte Phase des Kapitalismus, und hat seine notwendigen Folgen richtig vorausgesehen: den Weltkrieg und die Weltrevolution; sie hat als erste die einzig mögliche und wirksame Waffe gegen die Gefahr des Imperialismus erkannt: die revolutionären Massenbewegungen.“

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